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Nancy Lushington

Brückenschlag von Klassik zu Modern

Die Amerikanerin Nancy Lushington unterrichtet am Marymont Manhattan College in New York und an der Montclair State University. Sie hält Meisterklassen u.a. in London, Barcelona und Amerika. Außerdem ist sie künstlerische Direktorin des Dance In Education Fund. Im Vorjahr war sie zum ersten Mal bei Tanz in Bozen – Bolzano Danza als Dozentin eingeladen, und zwar sowohl für Klassisches Ballett als auch für Modern Dance, heuer unterrichtet sie wieder die Modern Dance Technik von May O´Donnell, unter anderem eine Repoertoire-Klasse.

Webseite von Nancy Lushington
Montclaire State University
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Webseite
Open Dance Workshop 2011
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Karriere als Tänzerin


Nach ihrem Ausbildung in klassischem Ballett ging Nancy Lushington zu zahlreichen Auditions in New York, aber überall war sie mit einer Größe von etwa 185 cm auf Spitze für die meisten Partner zu groß. Da kam ihr ein glücklicher Zufall zu Hilfe. May O´Donnell, eine ehemalige Tänzerin bei Martha Graham, hatte nach ihrem Weggang aus deren Compagnie einen eigenen Stil im Modern entwickelt. Da Nancy ihre Schülerin war, bekam sie einen Vertrag für das neugegründete Ensemble von May O´Donnell. Mehr als 10 Jahre lang war Nancy Lushington Solotänzerin in dieser Truppe. Außerdem tanzte sie auch für Norman Walker, Lynne Tylor Corbett, Joyce Trisler und Sophie Maslow und in Leonard Bernsteins legendärer Produktion „Mass“ im Kennedy Center in Washington, D.C.

Doppelrolle Tänzerin – Pädagogin

Wie die meisten Tänzer hatte sie nie daran gedacht, Ballett zu unterrichten, aber als ihr Mentor vom College ihr ein diesbezügliches Angebot machte, nahm sie zunächst widerstrebend an. Bei ihrem Erstauftritt als Lehrerin war sie kaum älter als die Studentinnen und sollte ihnen klassisches Ballett nahe bringen! Doch die Sicherheit im Unterrichten nahm stetig zu und bald hatte sie große Freude daran, eigenes Wissen und Können weiterzugeben. Auf Gastspielreisen mit der Compagnie von May O´Donnell gab sie dann oft Training für ihre KollegInnen. Damit bewies sie sich bald als Expertin auch für beide Tanzstile, denn May O’Donnell war zwar voller Poesie im Tanz, aber Details gut zu erklären, überließ sie gern Nancy. Viele Jahre war sie also parallel als Tänzerin und Pädagogin tätig.

Brückenschlag Ballett – Modern

Was bei den PionierInnen des Modern Dance in den 30er und 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts undenkbar gewesen wäre, nämlich auch klassisches Ballett zu zu lassen, vereinen spätere Tänzergenerationen problemlos. Nancy Lushington ist so ein Paradebeispiel, scheinbar Unmögliches zu vereinen. „Durch die gegenseitige Befruchtung profitieren beide Tanzformen“, erläutert Nancy Lushington.
Für sie zählt das klassische Ballett immer noch zur besten Basis für Alignment, Körperplacement und Musikalität. Der Kraftaufbau durch Muskelarbeit wird erleichtert und das Gefühl für Formen und Linien entwickelt. Vor allem die flinke Beinarbeit und das Wissen um die zentrale Drehachse für die Pirouetten sind hilfreich für jede moderne Technik. Umgekehrt kann man durch den spezifischen Einsatz des Körpers im Modern Dance auch Bewusstseinserweiterung für klassische Tänzer betreiben. Die expressive Technik von May O´Donnell ist durch ausführliche Bodenarbeit (central floor work) charakterisiert. Dadurch wird die Flexibilität des Körpers gesteigert. Der Boden wird dabei gleichsam zum zusätzlichen Werkzeug, ist Impetus für den tänzerischen Ausdruck. Der Wechsel von contraction und release dient als Katalysator für neue Bewegungsformen. Spiralen und Drehungen sowie Gewichtsverlagerungen bis zum bewussten Hinfallen sind ebenso typisch für diesen Stil.